Heft 4

Wolfgang Darschin/Heinz Gerhard

Tendenzen im Zuschauerverhalten

Fernsehgewohnheiten und Fernsehreichweiten im Jahr 2002

Im Jahr 2002 ist der Fernsehkonsum der Bundesbürger weiterhin leicht angestiegen. So saßen 75 Prozent aller Erwachsenen und 62 Prozent der Kinder an einem durchschnittlichen Wochentag vor den Fernsehgeräten. Dabei sahen die deutschen Zuschauer im Durchschnitt drei Stunden und 21 Minuten pro Tag fern - neun Minuten mehr als im Vorjahr. Der bekannte höhere Fernsehkonsum der Ostdeutschen bleibt bestehen und geht vornehmlich auf das Konto der ab 30-Jährigen.

In der Gunst der Zuschauer führte auch im Jahr 2002 RTL vor dem Ersten und dem ZDF, wobei sich das Sehbeteiligungsverhältnis zu fast allen Tageszeiten leicht zugunsten der öffentlich-rechtlichen Programme verschoben hat. Zwar führen Sportereignisse die Hitliste der meistgesehenen Sendungen des Jahres 2002 auch bei den öffentlich-rechtlichen Programmen an, deren Akzeptanz beruht aber dennoch vor allem auf Informationssendungen. Fictionsendungen nehmen den zweitgrößten Anteil der mit öffentlich-rechtlichen Sendern verbrachten Zeit ein, während bei den Privatsendern Fictionsendungen am stärksten genutzt werden.

Nach wie vor großer Nachfrage erfreuen sich die großen Unterhaltungsshows sowie neue Formate, Krimi- und Unterhaltungsreihen. 59 Prozent des Unterhaltungs- und Fictionkonsums entfallen auf Privatsender. Auch im Jahr 2002 informierten sich die Fernsehzuschauer in erster Linie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Zwar ist diese Priorität bei den ostdeutschen Zuschauern etwas weniger stark ausgeprägt, aber auch diese beziehen 66 Prozent ihres Informationskonsums aus den öffentlich-rechtlichen Programmen. "Tagesschau" und "heute" konnten ihre Position als führende Nachrichtensendungen weiter ausbauen.

MP 4/2003, S. 158-166



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