Heft 12

Sabine Feierabend/Thomas Rathgeb/Theresa Reutter

Jugend, Information, Medien

Ergebnisse der JIM-Studie 2018

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) untersucht seit 1998 den medialen Alltag von Jugendlichen in Deutschland. Die Studienreihe Jugend, Information, Medien (JIM) dokumentiert somit 20 Jahre, in denen die Entwicklung zu einer digitalen und multimedialen Gesellschaft deutlich an Fahrt gewonnen und den Alltag von Jugendlichen grundlegend verändert hat. Die aktuelle Studiendokumentation zeigt, wie sich Jugendliche einerseits neue Techniken und Angebote schnell aneignen und in ihr Leben integrieren, andererseits aber gewisse Nutzungsmuster sehr stabil bleiben.

Jugendliche wachsen heute in Haushalten mit einem breiten Medienangebot auf. Das Smartphone ist das Gerät, das bei den Jugendlichen am stärksten verbreitet ist. Im Vergleich zum Vorjahr ist zudem die Verfügbarkeit von Video-Streamingplattformen in den Haushalten deutlich angestiegen.

Für neun von zehn Jugendlichen gehören Onlinevideos zu den regelmäßig genutzten Medieninhalten. Fernsehen spielt mit drei Vierteln regelmäßiger Nutzer weiterhin eine zentrale Rolle, ebenso wie das Radio, das von 70 Prozent mindestens mehrmals pro Woche genutzt wird. Lediglich 8 Prozent der Jugendlichen hören nie Radio. Auch Musik hören hat im jugendlichen Medienalltag einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2018 stehen Musik-Streamingdienste, wie zum Beispiel Spotify, erstmals auf Platz 1 der regelmäßigen Nutzung, vor der Live- Musiknutzung bei Radiosendern und der Musiknutzung bei YouTube.

Fragt man danach, welche Anwendung die 12- bis 19-Jährigen im Internet am liebsten nutzen, liegt das Videoportal YouTube mit deutlichem Vorsprung an erster Stelle. Den zweiten Platz belegt der inzwischen multifunktionale Messengerdienst WhatsApp, Platz 3 geht an Instagram. Für die sozialen Medien zeigt der Blick auf die Altersgruppen, dass die verschiedenen Plattformen durchaus unterschiedliche Nutzerschaften ansprechen. Im Gamingbereich, der vor allem bei Jungen beliebt ist, schaffte das erst Ende Juli 2017 veröffentliche Spiel „Fortnite“ den Sprung auf Platz 1 der beliebtesten Spiele.

Durch die Digitalisierung im Medienbereich werden sich Jugendliche in naher Zukunft weitere neue Techniken und Funktionen aneignen und sich mit neuen Angeboten und Formaten auseinandersetzen müssen. Die regelmäßigen Ergebnisse der JIMStudie unterstützen bei der Vermittlung dieser Kompetenzen und helfen durch die Dokumentation der aktuellen Lebenswelt, die Perspektive der Jugendlichen besser einordnen und verstehen zu können.

 

MP 12/2018, S. 587-600



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