Heft 12

Viola Granow/Heike Schwarz

Onlinegaming und die Rolle der Plattform Twitch

Ergebnisse einer Mixed-Methods-Studie im Auftrag des SWR

Onlinegaming ist ein Hobby vieler Menschen in Deutschland, wobei insbesondere jüngere Personen einen großen Teil ihrer Freizeit mit Onlinegames verbringen: 87 Prozent der unter 50-Jährigen in Deutschland spielen mindestens gelegentlich digitale Spiele (online und offline gesamt). Gaming hilft dabei, sich vom Alltag abzulenken, die Stimmung zu regulieren und Spaß zu haben und erfüllt noch weitere Bedürfnisse der Menschen. Unter den Gamern lassen sich vier Typen unterscheiden: die Eskapisten, die Gelegenheitsspieler, die Sport- und Fungamer und die Heavy Gamer.

Eine stark genutzte und immer bekannter werdende Plattform ist Twitch, ein Livestreaming-Videoportal, dessen Nutzung während der Corona-Pandemie stark zugenommen hat. In der Regel sind Onlinespiele der Einstiegspunkt für die Twitch-Nutzung. Personen, die besonders häufig Onlinespiele spielen, die sogenannten Heavy Gamer, sind besonders aktiv auf Twitch. Der Kern von Twitch ist das Gaming, das Echtzeit-Livestreaming und die Interaktionsmöglichkeiten mit den Streamenden. Twitch bietet nicht nur die Möglichkeit, sich „game skills“ abzuschauen, sondern macht die Community und die Streamenden nahbar. Durch die Nutzung von Social-Media-Logiken (wie z. B. Chats und Community-Building) bindet Twitch Menschen an sich und die Streamenden.

Gaming und Streamingplattformen wie Twitch sind insbesondere für die ganz Jungen ein durchweg wichtiges Thema. Onlinegaming im Allgemeinen und das Phänomen Twitch im Speziellen zu überblicken, kann auch den öffentlich-rechtlichen Medienangeboten dabei helfen, junge Zielgruppen und deren Mediennutzungsverhalten und Lebenswelten besser zu verstehen und neue Kontaktpunkte zu verschiedenen potenziellen Gruppen von Nutzenden kennenzulernen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

MP 12/2022, S. 560-568



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