Fritz: Aditya Sharma

Aditja Sharma

Fritz ist dein Freund.

Name: Aditya Sharma
Sender:
Fritz vom rbb
Musikchef seit:
Juni 2013

Der 7-jährige Sohn einer Freundin fragt Sie, was Sie eigentlich so beim Radio machen. Was antworten Sie ihm?

Stell dir vor, ich bin in einem Klassenzimmer und wir haben das Fach Popmusik. Als Klassenarbeit sollen wir uns überlegen, was du gern im Radio hören würdest. Dabei bin ich so eine Art Klassensprecher.

Ein Tag als Musikchef – wie sieht der aus?

Viele E-Mails lesen, noch mehr E-Mails löschen, in Sitzungen sitzen, Entscheidungen entscheiden, mit Menschen menscheln, und irgendwo dazwischen Musik und das Programm anhören.

Wenn Ihr Radiosender ein Raumschiff wäre, was wäre dann Ihre Funktion als Besatzungsmitglied? Und warum?

Ich bin derjenige, der den DJ beauftragt und ihn festhält, damit er nicht abhebt.

Die fünf wichtigsten Eigenschaften für einen guten Musikchef?

Geduld, Kompromissfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Menschenkenntnis, Musikbegeisterung.

Ein liebgewonnenes Ritual in Ihrem Beruf?

Junge Menschen in meinem Bekanntenkreis, die Fritz nicht hören oder kennen, nach ihrer Meinung zu fragen.

Ein ganz persönlicher Radio-Moment in Ihrem Leben?
(Er muss nicht unbedingt aus der jüngsten Vergangenheit stammen.)

Als Hörer: die Sendungen von John Peel.
Als Radiomacher: der erste Beitrag (World Wrestling Federation in Berlin!) und die erste eigene Sendung (Heavy Metal!).
Als Reporter: der Tag und die Wochen nach dem 11. September 2001 live aus New York.

Ein Freundin/ein Freund möchte für zwei Wochen nach Berlin kommen. Was soll sie/er hier unbedingt machen? Und was empfiehlt sich Ihres Erachtens gar nicht?

Berlin ist Kiez. Für jeden ist jeder Ort anders, jeder Ort ist ein eigenes Erlebnis. Am besten nicht stehen bleiben in Berlin.

Ein amerikanischer Bekannter hat gehört, dass es in Berlin keine Sperrstunde gibt. Wo schicken Sie ihn nach 24 Uhr hin, um das nächtliche Berlin zu erleben?

Auf die Warschauer Brücke, „Hub“ für die ganzen „Spokes“ der Berliner Nachtszene.

Einen Ort, den man in Brandenburg unbedingt besucht haben muss.

Aus einem Ort würde ich gern knapp 3.000 machen: Jeder See in Brandenburg ist eine Reise wert.

Was zeichnet einen Hörer von Fritz aus?

Dass er Fritz hört.

Warum sollte die Hauptstadtregion Fritz hören?

Wegen der guten, der neuen Musik, der Kompetenz der Moderatoren und Reporter, der angesprochenen Themen, des Humors und des Beistands im Leben ... kurz: weil Fritz ein guter Freund sein kann.

Bei welcher Radio-Werbung hören Sie genauer hin?

Im Moment sehr genau bei einem Spot zum Thema Traumhaus im Rahmen von „Aktion Mensch“: eine übertriebene Hinhör-Situation, bei der über die Steigerung der Absurdität schöne Bilder im Kopf entstehen.

Was macht die Radio-Landschaft in der Hauptstadtregion so reizvoll?

Auch wenn es abgenutzt klingt: die Vielfalt des Angebots. Nirgendwo anders gibt es so viel und wirklich für jeden etwas zu hören.

Warum und wie bleibt Radio trotz der Konkurrenz durch neue Medien ein wesentliches Kommunikationsmedium?

Radio bleibt ein Medium, das die Sinne wie kein zweites gedanklich anregen kann. Und gutes Radio bleibt einzigartig: schnell, unmittelbar, unkompliziert und im besten Falle immer ein gutes Erlebnis.

Drei Songs, die ein echter Radiomacher kennen/spielen/lieben muss?  Und einer, denn man gern abschaffen könnte?

Respect your listeners, und ihre Hits – kein junges und aktuelles Programm kommt in diesem Sommer ohne Macklemore & Ryan Lewis, Avicii feat. Aloe Blacc oder Flo Rida und Pitbull aus. Das Radio ist immer noch eine wesentliche Quelle bei der Gestaltung aktueller Popkultur. Welches Lied man abschaffen sollte? Keins! Subjektive Geschmäcker sind kein guter Leitfaden für’s Radiomachen.

Welches ist das peinlichste Album/der peinlichste Song in Ihrer Sammlung?

Ich habe neulich die „Tagesschau Allstars“ mit ihrem Abschiedslied an Dagmar Berghoff bei mir zu Hause entdeckt und musste kurz andächtig innehalten. Die lag sicherlich aus rein professionellen Gründen im Schrank – sauber unter „T“ eingeordnet ...

Was halten Sie für den nächsten Trend aus der Hauptstadt?

Als Millionenstadt ganz ohne einen Flughafen auskommen.

Nennen Sie uns Ihren ganz persönlichen musikalischen Geheimtipp aus der Hauptstadtregion.

Mein persönlicher Musikgeschmack war leider nie und bleibt nicht empfehlenswert.