Heft 5

Lothar Mai

ma IP Audio: Daten zur Radionutzung im Internet

Entwicklung eines Messverfahrens für die Webradionutzung

Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) hat mit der ma IP Audio im Jahr 2014 erstmals Ergebnisse zur Webradionutzung in Deutschland veröffentlicht. Zuvor wurden die Wünsche der Radiosender nach Reichweiten und der Werbewirtschaft nach Mediadaten für Webradio nur durch Studien von Anbietern befriedigt. Deshalb wurde 2011 eine Taskforce IP Audio gegründet, die einen Marktstandard zur Messung von Streamingdaten bei Webradios schaffen sollte. Beteiligt waren neben Webradio-Anbietern die agma (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse) und der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft). Die AGOF Services GmbH unterstützte die Entwicklung des Messstandards als Dienstleister. Vorgabe war die vollständige Erfassung der Nutzung von Webradio über alle Endgeräte mit einem Ansatz, der für den Markt umsetzbar und finanzierbar ist.

Nach umfangreichen Tests wurden Konventionen für die ma IP Audio verabschiedet. Alle teilnehmenden Channels, also Radiosender, die über das Internet empfangen werden können, werden mit Hilfe einer Logfileanalyse erhoben. Dabei werden sie in Simulcast- oder rein webbasierte Channels, sogenannte Web-only-Radios, unterschieden. Simulcast- Channels werden sowohl über das Internet als auch über einen anderen Empfangsweg (z.B. UKW, Kabel, DAB+) verbreitet, Web-only-Radios dagegen nur über das Internet. Mit einem Anteil von fast 79 Prozent aller Sessions entfiel der ma IP Radio 2014 zufolge der größte Teil der Radionutzung im Internet auf Simulcast-Radios.

Die ma IP Audio kann den Markt für Webradio gut beschreiben, aber ihre Daten haben – da sie ausschließlich auf technischen Messdaten basieren – nicht den Währungscharakter wie die personenbezogenen Hörerdaten der ma Radio und sind nicht mit diesen vergleichbar. Daher sollen künftig auch soziodemografische Angaben zu den Hörern integriert werden. Ziel ist eine Audio-Konvergenz- Datei, die klassisches Radio und digitale Audioangebote über alle Empfangswege in einer Datei planbar machen wird. Bereits Ende 2015 sollen hierzu erste Ergebnisse veröffentlicht werden.

MP 5/2015, S. 230-233



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