Heft 2

Karin Gattringer/Irina Turecek

Aktuelle Daten zur Audionutzung in Deutschland

Ergebnisse und Methodik der ma 2020 Audio II

Im Dezember 1920 jährte sich die erste Radioübertragung durch die damalige deutsche Reichspost vom Sender Königs Wusterhausen zum einhundertsten Mal. In seiner 100-jährigen Geschichte hat das Medium Radio eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. Das zeigt sich an der großen Zahl heute verfügbarer Programme (über 400 UKW-Sender, 260 DAB+-Sender, über 1 200 Webradios) und der Formatvielfalt (Musik, Information, Kultur, Spartenprogramme, Eventchannels). Radio ist weiterhin immer und überall verfügbar und auch präsent im Leben der Menschen in Deutschland.

Im Jahr 2020 nutzten gut 53 Millionen Personen bzw. 75,5 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren mindestens ein Audioangebot zwischen Montag und Freitag. Der meistgewählte Audioinhalt bleibt mit 53 Millionen bzw. knapp 75 Prozent das Hören des linearen Radioprogramms unabhängig vom Verbreitungsweg (UKW, DAB+, Kabel, Satellit oder Internet). Doch auch die in der ma Audio erfassten Onlineaudio-Angebote erreichen mittlerweile gut ein Fünftel der Bevölkerung in den letzten vier Wochen, und über sechseinhalb Millionen Menschen nutzen bereits täglich ein Audioangebot im Netz, die Livestreams der bekannten Radiomarken mit eingeschlossen.

Nach den Daten der ma 2020 Audio II befindet sich die Audio- bzw. Radionutzung in Deutschland auf einem hohen, stabilen Niveau. Gleichzeitig ist eine zunehmende Radionutzung auf den digitalen Verbreitungswegen (DAB+, Livestream) zu konstatieren. Die Radiohörer honorieren die von den Anbietern zusätzlich bereitgestellten digitalen Verbreitungswege, wobei DAB+ mit dieser Media Analyse das Internet überholt hat. Die tägliche Nutzungsdauer von über vier Stunden belegt die hohe Bindung der Hörer an ihr Radioprogramm. Audio – das heißt klassisches Radio auf neuen digitalen Plattformen, individualisierte Audiodienste, Musikstreaming, Audiotheken und Podcast – liegt weiter im Trend. Vor allem in der jüngeren Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen werden Audioinhalte vermehrt über mobile Geräte genutzt.

Die ma Radio wurde durch die dynamische Entwicklung im Audiomarkt zur ma Audio. Sie ist in der Lage, das zunehmend fragmentierte Audiouniversum mit vergleichbaren Daten abzubilden. So ist einerseits konvergente Mediaplanung möglich, andererseits lässt sich die veränderte Audionutzung differenzierter und genauer analysieren.

 

MP 2/2021, S. 82-97



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