Heft 11

Jasmin Eva Bien

Bildung, Information und Unterhaltung für Schüler in der Corona-Krise

Pandemiebezogene Programmgestaltung in den Kindermedien

Der Familienalltag und auch das Mediennutzungsverhalten von Kindern haben sich in der Corona-Pandemie zeitweise grundlegend geändert: Im ersten Lockdown (ab März 2020 mit Schulschließungen bis zu den Sommerferien) halbierte sich die Zeit, in der sich Kinder und Jugendliche mit schulischem Lernen beschäftigten, gleichzeitig verdoppelte sich die Mediennutzungsdauer. Medien nahmen im Pandemie-Alltag als Kommunikationskanäle, zur Unterhaltung und als fixe Orientierungspunkte eine Schlüsselrolle ein. Insbesondere Kindermedien mussten auf die verschiedensten Bedürfnisse ihrer Zuschauergruppen – von den Jüngsten bis hin zum Eintritt in das Erwachsenenalter – reagieren. Zahlreiche Fernseh- und Radiosender haben ihr lineares Programm für Schülerinnen und Schüler während der Pandemie weitreichend umgebaut, neue Formate entworfen und ihr digitales Angebot aufgestockt.

Die merklich gestiegene Nachfrage machte die hohe Relevanz altersgerechter Inhalte von Kindermedien deutlich. Neu entworfene Liveformate bezogen sich direkt auf die aktuelle Pandemielage. Sie beantworteten Fragen, erzeugten Nähe, die in der Zeit der Kontaktbeschränkungen auch Gefühlen wie Langeweile, Isolation und Einsamkeit entgegenwirken und die Kinder stärker einbeziehen sollten. Besonders erfolgreich waren die Bildungs- und Unterhaltungsangebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Hier setzte sich der Trend zur Digitalisierung und Vernetzung des Schulfernsehens weiter fort. Über Fernsehen, Radio und Internet erhielten Kinder und Jugendliche niedrigschwellige Angebote, die eigen ständiges Lernen, Entdeckergeist und Motivation fördern sollten. Und gelernt haben Kinder und Jugendliche, in der Pandemie aus Sicht ihrer Eltern dadurch vor allem eines: Medienkompetenz.

Darüber hinaus wurden viele Filme zu sozialen Themen angeboten, um Kommunikationshilfen zu geben für Probleme wie Einsamkeit, Angst und Isolation. Auch Hilfs- und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie sichere Räume im Internet bewährten sich in der Krise.

MP 11/2021, S. 588-601



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