Heft 2

Manfred Krupp

Editorial

Die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung ist ein wichtiges Ziel für eine vielfältige Gesellschaft. Medien haben hier eine besondere Rolle und Relevanz: Sie können zum einen mit barrierefreien Angeboten dabei unterstützen, dass Menschen mit Beeinträchtigung ein eigenständiges Leben führen können und Zugang zu allen relevanten Informationen haben, die für gesellschaftliche Teilhabe wichtig sind. Zum anderen können Medien dazu beitragen, dass diese Menschen als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden. Zum Bekenntnis einer vielfältigen Gesellschaft gehört es, diese Vielfalt auch widerzuspiegeln.

Besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat beim Thema Inklusion gesellschaftliche Verantwortung und Vorbildfunktion, die unter anderem im Medienstaatsvertrag berücksichtigt ist. Er legt fest, dass öffentlich-rechtliche und private Medienanbieter ihre Inhalte möglichst inklusiv für alle Bevölkerungsgruppen gestalten sollen. Wie elementar der barrierefreie Zugang zu Informationen für eine Gesellschaft ist, hat sich in der Corona-Pandemie ganz besonders gezeigt: Informationen zum Gesundheitsschutz oder zu den politischen Entscheidungen sind für alle Nutzerinnen und Nutzer relevant. Deswegen bauen ARD und ZDF etwa ihr barrierefreies Angebot stetig aus. Von Menschen, die es in Anspruch nehmen, wird das Angebot geschätzt. Es gibt aber auch noch Verbesserungspotenzial, so die Rückmeldungen. Dabei geht es nicht nur um das barrierefreie Angebot an sich, sondern auch darum, wie Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien vorkommen. Sie wünschen sich eine stärkere Präsenz und damit auch stärker als Teil der Gesellschaft und des Alltags wahrgenommen zu werden. Wenn Medien die Vielfalt der Gesellschaft zeigen wollen, dann müssen sie das stärker noch als bisher berücksichtigen.

 

MP 2/2021, S. 81

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