Heft 10

André Rhody

Bewegtbild im Internet erreicht immer mehr Menschen

Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2022

Für das Jahr 2022 sind laut ARD/ZDF-Onlinestudie erneut Höchstwerte bei der Nutzungsfrequenz und dem -volumen von Online-Bewegtbild zu verzeichnen, obwohl sich die allgemeine Mediennutzung im Vergleich zu den stark durch die Corona-Pandemie geprägten Jahren etwas normalisierte. So greifen inzwischen 57 Prozent der Bevölkerung mindestens monatlich auf Fernsehsendungen oder Videos in Mediatheken zu und damit nochmals 3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Diese Zunahme wird von allen Altersgruppen getragen, überproportional jedoch von den 14- bis 29-Jährigen. Die Mediatheken liegen in den jüngeren Altersgruppen in der monatlichen Kontaktreichweite nun fast gleichauf mit dem linearen Fernsehprogramm. Bei den Streamingdiensten liegt YouTube in der Gesamtbevölkerung mit 59 Prozent vorn, gefolgt von Netflix (45 %), Amazon Prime Video (40 %) und Disney Plus (20 %).

 

Wird nach der Nutzungshäufigkeit von Mediatheken und Streamingdiensten insgesamt gefragt, thront ebenso YouTube als Aggregator über allen anderen (70 % nutzen die Plattform mindestens selten), die Mediatheken von ARD und ZDF, Netflix und Amazon Prime Video folgen. In der jungen Zielgruppe erreicht YouTube sogar 95 Prozent, Netflix kommt auf 84 Prozent. Bei der Interpretation der Daten für die junge Zielgruppe ist die methodische Anpassung zu berücksichtigen. Für die ARD/ZDF-Onlinestudie wurde erstmals neben einer Festnetz- und Mobilstichprobe auch ein Onlinepanel eingesetzt, was zur detaillierteren Darstellung der Nutzung junger Menschen führte.

 

Der Wachstumstrend wird im Segment Online-Bewegtbild vermutlich erhalten bleiben, auch wenn Videokonsum über Soziale Medien ebenfalls an Bedeutung gewinnt. Die durchschnittliche Nutzungszeit der „klassischen“ Streamingangebote hat im Vergleich zum Vorjahr bereits abgenommen, während Videos in Sozialen Medien und die Mediatheken höhere Nutzungsdauern verzeichnen.

 



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